Hotel zum vierten Mal von Hackern lahmgelegt!

Das Seehotel Jägerwirt auf der Turracher Höhe ist bereits zum vierten Mal von Hackern heimgesucht und erpresst worden. Die elektronischen Zimmerschlüssel wurden lahmgelegt. Daher will man jetzt zu normalen Schlüsseln zurückkehren.

 

Das Hotel im kärntnerisch-steirischen Skigebiet gibt es schon seit 111 Jahren. Wie überall kam auch im Jägerwirt in den letzten Jahren vermehrt IT zum Einsatz. In der vergangenen Nacht gab es die vierte Attacke, Hotelchef Christoph Brandstätter sitzt wieder von einem gesperrten Rechner. Und das einen Tag, bevor eine neue Firewall installiert werden sollte. Allerdings seien diesmal nur einige Dateien betroffen, die man wiederherstellen könne.

Beim dritten Angriff wurde unter anderem das gesamte Schlüsselsystem lahmgelegt. Die Gäste kamen nicht mehr in die Hotelzimmer, neue Schlüssel konnten nicht mehr programmiert werden. Das Problem war, dass das Hotel zuvor geschlossen hatte und drei Wochen lang keine Sicherung der Daten vorgenommen worden sei. Man hätte also durch die Hacker alle Dokumente und Reservierungen verloren.

 

Jägerwirt

 

Alle Computer und Kassen lahm gelegt

Dieser Angriff am Eröffnungswochenende zur Wintersaison sei so massiv gewesen, dass er alle Hotelcomputer inklusive des Reservierungs- und dem Kassensystems stilllegte, so Brandstätter. Die einzige Alternative, das System schnell wiederherzustellen, war die Bezahlung sogenannter „Bitcoins“ – in Höhe von 1.500 Euro an die Erpresser im Darknet. Das habe die Softwarefirma für das Hotel erledigt.

Brandstätter: „Das Haus war mit 180 Gästen total ausgebucht, wir hatten keine andere Chance. Weder Polizei noch Versicherung helfen einem in diesen Fall. Die Wiederherstellung unseres Systems nach der ersten Attacke im Sommer hat uns mehrere Tausend Euro gekostet. Von der Versicherung bekamen wir bis heute kein Geld, da kein Täter ausgeforscht werden konnte." Da war es günstiger und schneller, die „Lösegeldforderung“ zu begleichen. Die Polizei untersuchte die PCs, aber es sei schwierig solche Hacker auszuforschen.

Rückkehr in alte Zeiten sicherer

Laut Brandstätter wisse er, dass auch andere Kollegen angegriffen wurden und ähnlich gehandelt worden sei. Als der Hacker das Geld erhielt, sperrte er alles sofort wieder auf, und es konnte normal weitergearbeitet werden. Man habe nun Systeme entkoppelt und PCs getauscht. Brandstätter: „Also zurück zum techniklosen Zeitalter.“

Beim nächsten Zimmerumbau plane man wieder alte Zimmerschlösser mit echten Schlüsseln, wie zu Zeiten der Urgroßväter, so der Hotelchef, der schon 10.000 Euro in Sicherheitsmaßnahmen für die EDV-Anlage investierte. Seine Mitarbeiter seien auch schon sensibilisiert auf Emails, die Viren mit sich bringen könnten.

 

Quelle: http://kaernten.orf.at/news/stories/2821290/

 


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